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Alte Holzmühle

Kapuzinerstraße 10

88400 Biberach

 

Geschichte

Die Alte Holzmühle im Biberacher Wolfental wurde im Jahre 1290 erbaut und ist die zweitälteste Mühle in Biberach. Ursprünglich diente sie als Getreidemühle. Das Gebäude befand sich zuletzt zur Hälfte in privatem und städtischen Besitz und stand leer, obwohl es nur 5 Min. vom Innenstadtkern liegt. Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude schon so zerfallen, dass es teilweise abgerissen werden musste.

Sanierung und Umbau

Im Dezember 2004 erfolgte der Teilabriss und im Anschluss der Wiederaufbau in der historisch übermittelten Bauform. Dies war die Vorgabe des Bebauungsplanes. Der neue Teil wurde in hochgedämmter Holzständerbauweise errichtet. Das gesamte Gebäude erhielt einschließlich des Daches eine vorgehängte Fassade aus durchgefärbten Faserzementplatten.

Nutzung

Entstanden sind 600 m² Wohn- und Nutzfläche, aufgeteilt in einen eigengenutzten Wohnanteil, zwei Mietwohnungen, Bürofläche, eine Schwimmrinne und eine Schreinerwerkstatt.

Energiekonzept

Von zentraler Bedeutung war von Beginn an das Energiekonzept. Das bestehende Wasserrecht sollte zur Stromerzeugung genutzt werden und Strom in das Konzept mit eingebunden werden. Aus ökologischen und gestalterischen Gründen fiel die Entscheidung für ein oberschlächtiges Wasserrad. Das Konzept sieht vor, dass der selbst erzeugte Strom eine Wärmepumpe betreibt, die das komplette Haus einschließlich des Schwimmbades mit Warmwasser versorgt, und über eine Fußbodenheizung auch die Heizung übernimmt. Mit einer Entnahmepumpe werden 2,5 Liter Wasser je Sekunde aus dem Bach gepumpt, um 1,8 Grad in der Wärmepumpe herabgekühlt und wieder in den Bach eingeleitet. Der erzeugte Strom wird im Haus verbraucht, überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das Gebäude kann ohne Verbrennung fossiler Brennstoffe mit Wärme und Strom CO2-neutral versorgt werden.

Gestaltung

Da der Bebauungsplan ein Gebäude in der ursprünglichen Gestalt vorschrieb, wurde versucht, mittels der Fassadenverkleidung und dem großzügigen Glasdach, die historische Bauform zu interpretieren. Das Glasdach bietet im Inneren zu jeder Tages- und Nachtzeit spannende Aus- und Durchblicke mit wechselnden Klimabedingungen. Der Sonnenschutz wird aus gestalterischen Gründen auf der Innenseite angebracht. Geplant sind bedruckte Tücher, die nach Bedarf wie Segel nach oben gezogen werden können. Im Dachgeschoss sind alle Trennwände unter dem Glasdach ebenfalls aus Glas. Die Materialien im Innenausbau sind alle naturbelassen und roh. Die Alte Holzmühle bleibt dadurch im Innern erlebbar. Die Treppen sind aus unbehandeltem Stahl gefaltet, als Fußbodenbelag dient der anthrazit durchgefärbte Estrich, die alten Holzbalkendecken sind lediglich gesäubert worden. Die Möbel werden Zug um Zug in der Werkstatt selbst angefertigt.

Daten und Fakten

Primärenergiebedarf pro m² und Jahr:    0 KW
Leistung des Wasserrades im Jahr 18.000KW
Wirkungszahl der Wärmepumpe 4,9
Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung 26 Grad
CO2 Einsparung im Jahr ca. 20 Tonnen

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Leopold Humm, Inge Zalenga
Freie Architekten
Weberberggasse 19
88400 Biberach

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